Tag der offenen Tür

Seit über 25 Jahren Migrationsberatung in Burgstädt

„Die Migrationsberatung für Erwachsene und der Jugendmigrationsdienst sind wichtige Partner für die gesellschaftliche Anerkennung von Flüchtlingen und ihre gelingende Integration und somit für den sozialen Frieden“, sagt Julia Hupfer, Sozialpädagogin im Migrationsdienst des Diakonischen Werkes Rochlitz.

In der Diakonie-Beratungsstelle Burgstädt wurden 2019 rund 150 Flüchtlinge sowie 125 junge Migranten unter 27 Jahren begleitet und beraten. Zudem haben rund 270 Angehörige Unterstützung erfahren. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen der Migrationsberatung für Erwachsene und dem Jugendmigrationsdienst können beim Diakonischen Werk Rochlitz alle Altersgruppen bedarfsspezifisch Hilfe in Anspruch nehmen. Dabei zeichnet sich die soziale Beratung durch intensive Beziehungsarbeit, Vertrauensaufbau und Netzwerkarbeit aus. Seit über 25 Jahren existiert die Anlaufstelle in Burgstädt – mit stets steigendem Beratungsaufkommen. Seit 2005 hat sich die Zahl der zu beratenden Flüchtlinge aus asiatischen Staaten wie Syrien, Afghanistan und dem Irak verdoppelt. Bezogen auf ganz Deutschland waren es 2005 noch 80.000 Migranten und im Jahr 2019 bereits 160.000. Der Beratungsbedarf bei EU-Bürgern habe sich sogar verfünffacht.

Dabei übersteigen die Fallzahlen pro Berater seit Jahren den fachlich sinnvollen Standard von 150 Fällen pro Vollzeitkraft. Die tatsächlichen Klientenzahlen pro Berater liegen in der Praxis bei über 300 Fällen. So fordern die Mitarbeiter der Migrationsdienste deutschlandweit eine Aufstockung der Haushaltsmittel für die Migrationsberatung. Dadurch könnte die Integration von geflüchteten Menschen zügiger und nachhaltiger geschehen und es gäbe weniger Probleme infolge von verzögerter Integration.

Gerade während der Corona-Pandemie sei eine kontinuierliche Aufklärung wichtig. „Wir sind die erste Anlaufstelle für diverse Alltagsfragen zum Beispiel zum Thema Kurzarbeit, Kinderbetreuung oder Quarantäne“, so Julia Hupfer. Dank der modernen Medien wie E-Mail oder Online-Beratung sei dies trotz Kontaktverbot rege genutzt worden. Darüber hinaus arbeiten die Migrationsberater eng zusammen mit kommunalen Partnern, Jobcentern, Ausländerbehörden und Integrationskursträgern sowie Partnern aus dem Gemeinwesen.

Am 25. September 2020, beim Tag der offenen Tür des neuen Diakonie-Beratungszentrums in Burgstädt und zugleich dem 6. Aktionstag der Migrationsdienste bundesweit, informierten sich rund 70 Personen über die Bedarfe und die Hilfsangebote.