30 Jahre Haus der Diakonie in Rochlitz

Die Finanzierung der Sozialen Beratung ist so herausfordernd wie nie zuvor. 

Familien in einer Krise, Frauen und Männer in finanzieller Not, Menschen mit Handicap: Sie alle finden einen Ansprechpartner, Beratung und Hilfe im Haus der Diakonie in Rochlitz. Seit nun 30 Jahren sind die Diakonie-Mitarbeitenden der Schuldnerberatung, Familienberatung, Frühförderung, Behindertenberatung, Migrationsberatung sowie der Geschäftsstelle des Diakonischen Werkes Rochlitz in dem Gebäude an der Bismarckstraße 39 zu Hause. Am 12. Januar 1996 wurde das Gebäude feierlich eröffnet.

Regelmäßig treffen sich zum Beispiel die Teilnehmer der Parkinson-Selbsthilfe im Haus der Diakonie in Rochlitz und ermutigen sich gegenseitig. (Siehe Foto) „Viele unserer Klienten befinden sich in einer herausfordernden Lebenslage oder persönlichen Krise“, sagt Kerstin Rudolph, Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit. „Unsere Mitarbeitenden in den Beratungsstellen hören zu und ermutigen zu den nächsten Schritten. Sie suchen gemeinsam mit den Klienten nach Lösungen, vermitteln Hilfe und unterstützen bei Anträgen.“ 

Doch nicht nur die Klienten fühlen sich herausgefordert. Auch die Geschäftsführung des Diakonischen Werkes Rochlitz hat derzeit große Aufgaben zu bewältigen. „Als gemeinnütziger Träger ist die Sicherstellung von Qualität und Gesamtfinanzierung unserer Angebote sehr spannend“, sagt Geschäftsführer Bernd Merkel und nennt zum Beispiel die Schulsozialarbeit sowie die Migrationsberatung als Problemfeld. Bei steigenden Kosten für Löhne und Sachmittel stecken auch Kommunen und Landkreise in finanziellen Engpässen. Immer wieder wird die Finanzierung sozialer Aufgaben aktuell in Frage gestellt. Es drohen Kürzungen im sozialen Sektor und so manche Förderungen für soziale Projekte fallen weg.

„Mehr und mehr sind dadurch unsere Eigenmittel gefordert, um die Gesamtfinanzierung zu sichern. So sind wir zunehmend auf Spenden und Mitgliedsbeiträge angewiesen. Als Diakonie investieren wir damit in die Menschen.“ Nicht zu vergessen: ein beachtlicher Anteil aller Dienste wird von Ehrenamtlichen geleistet z.B. in der Notfallseelsorge/Krisenintervention und im Assistenzdienst für Menschen mit Behinderung.

Anlaufstelle für Ratsuchende

Hilfesuchende Menschen finden im Haus der Diakonie in Rochlitz die Schuldner- und Insolvenzberatung sowie der Erziehungs- und Familienberatung ebenso wie die Frühförderung, die Ambulanten Hilfen zur Erziehung, Migrationsberatung, Kirchenbezirkssozialarbeit und Notfallseelsorge. In dem Gebäude treffen sich regelmäßig Selbsthilfegruppen der Mobilen Behindertenhilfe, das Blaue Kreuz und eine Gruppe für Trennungs- und Scheidungskinder. Zudem laufen die Fäden des gesamten Diakonischen Werkes Rochlitz in der Geschäftsstelle zusammen. Die Mitarbeiter der Geschäftsführung und der Verwaltung sorgen für Finanzierung und Realisierung der verschiedenen Sozialen Dienste. 

1996 hatte das Diakonische Werk Rochlitz 26 Beschäftigte. Inzwischen betreibt der Verein auch das Haus Bethanien in Königsfeld, den Hort St. Nikolaus in Rochlitz sowie die Kindertagesstätte „Triangel“ in Frankenberg und hat 175 Mitarbeitende.